Amalfi – Namensgeberin für die Amalfiküste

Amalfi – Namensgeberin für die Amalfiküste

Richtig – diese kleine, gemütliche Stadt an der Küste des Golfs von Sereno hat dem gesamten Küstenstreifen ihren Namen aufgedrückt: Amalfiküste. Dabei finden wir hier nur einen der wunderschönen, leicht verwunschenen Ortschaften entlang der Amalfitana. Diese Küstenstrasse reicht von Vietri sul Mare bis hin zum Dorf Punta Campanella. Amalfi ist nicht nur Namensgeber, sondern auch einer der schönsten und ältesten Orte, die an diesem Küstenstreifen zu finden sind. Fragt man einen vielbereisten Menschen, was ihm zu Amalfi einfällt, wird man vermutlich folgendes zu hören bekommen: Das wilde Meer, das milde Klima, die Gastfreundlichkeit der Einwohner und natürlich die wundervolle, gesunde Küche der Region. Was immer individuell genannt wird, die Eindrücke, die man in Amalfi gewinnt, sind einmalig und einprägend. Man wird sie nicht wieder aus dem Gedächtnis streichen können. 

Eckdaten zu Amalfi

Die Stadt ist klein und überschaulich. Gerade einmal knapp 5.000 Einwohner lassen sich hier verzeichnen. Zugehörig zur Provinz Salerno gehören sie der Region Kampanien an. Wir finden hier folgende Lage vor:

Vom Amalfi aus sind es 26km bis Salerno in westlicher Richtung und 73km bis Neapel in südöstlicher Richtung. Ganze 3km² Fläche hat die Stadt für ihre gesamte Bebauung benötigt. Man könnte dies einen Rekord in Richtung Minimalismus nennen. Genau genommen ist aber einfach nicht mehr Platz zur Verfügung gewesen. Doch dieser gesamte Raum ist von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden. Dennoch gehören unterschiedliche Gemeindeteile ebenfalls zu Amalfi: Tovere, Vettica, Lone, Porgerola und Pastena. Als Gemeinden in der „näheren“ Nachbarschaft finden wir Ravello, Positano und Atrani. 

Historische Tatsachen

Genau weiß man es nicht. Dennoch halten sich die Berichte, dass diese Stadt im Jahre 320 n.Chr. von den Soldaten des Kaiser Konstantins gegründet worden sein soll. Da sich diese aus dem an der Adriaküste gelegenem Melphe aufgemacht hatte, hat man auf „a Melphe = aus Melphe“ geschlossen und den Namen Amalfi für diesen kleinen Ort erwählt. 

Fruchtbares Ackerland war auch in damaliger Zeit schon knapp. So blieb auch kurz nach der Gründung des Ortes nichts weiter übrig, als sich über das Meer aufzumachen, um Handel zu betreiben, sodass alles Lebensnotwendig im Ort vorhanden war. Natürlich haben sie ihre Lebensgrundlage auch im Meer gesucht und gefunden. 

Auch wenn die Stadt eine lange Zeit den Regierenden in Ravenna unterstand, behielten sie eine gewisse Autonomität. Zeitgleich war sich nämlich auch Byzanz über die wichtige Stellung der kleinen Stadt bewusst. Es begann ein vorsichtiges Miteinander der Stadt und verschiedenen treibenden Mächten: Papst, Kaiser, Langobarden und natürlich den Byzantinern. Aufgrund verschiedener sehr kluger Schachzüge und den fest in der Hand gehaltenen Zügeln ist es den Stadtvätern gelungen, die kleine Gemeinde zu einer der führenden in ganz Italien zu machen. Von hier aus wurde, mit Unterstützung der italienischen Flott Rom von der Seeseite her geschützt, die Sarazenen in die Flucht geschlagen. Durch diese mutigen Einsätze wurde Amalfi als erste Stadt Italiens als Seerepublik ausgerufen. 

Man kann es sich kaum vorstellen, dass die Kaufleute aus Amalfi Handelsposten im gesamten Mittelmeerraum betrieben haben. Amalfi war der Dreh- und Angelpunkt in Bezug auf den gesamten Handel zwischen dem Orient und dem Abendland. Zu dieser Zeit wurde sie von Reisenden als „die reichste und glanzvollste“ Stadt im gesamten Einzugsgebiet der Langobarden bezeichnet. Allerdings darf man nicht vergessen, dass Amalfi nicht ausschließlich aus der Stadt bestand, sondern mittlerweile einen beeindruckenden Einzugsbereich als „Region Amalfi“ umfasste. Hierzu gehörten die Nachbarorte Ravello, Atrani, Minuto, Minori, Maiori sowie Scala. Insgesamt konnte auf eine Einwohnerzahl von mehr als 50.000 Menschen herabgeblickt werden. 

Auch die erste Seerechtskodifikation entstammt der Stadt und hatte auch nach dem Ende der Seerepublik noch ihre Gültigkeit. Im 11. Jahrhundert jedoch kam alles auf einmal: Die Normannen und innere Unruhen. So gelang es Venedig, Amalfi seine Vorherrschaft in puncto Seehandel und Seefahrt abzunehmen. Letztlich konnte der Handel aber aufgeteilt werden. Während sich in Genua und Venedig der Handel auf die adriatisch-östlich gelegenen Staaten konzentrierten, streckten die Händler Amalfis die Hände nach Sizilien und Nordafrika aus und konnten hier einen fantastischen Aufschwung verzeichnen. 

Es war am 25. November 1343, als ein Tsunami die Stadt einfach wegfegte. Ein Schicksalsschlag, von dem sich die florierende Handelsregion nie wieder erholen konnte. Es folgten verschiedene Abhängigkeiten zu den herrschenden Regionen und Oberhäuptern. Ihre Vormachtstellung wurde letztlich vollständig eingebüßt und nur noch die Piraten wussten die abgelegenen Häfen als Verstecke zu schätzen. 

Der Segen des Tourismus

So abgedroschen es auch klingen mag, hat der ansteigende Tourismus wieder Leben in die Region gebracht. Es waren nicht mehr nur die Papierindustrie und besondere Pasta der Region, die eine solide Einnahmequelle darstellten. Der Tourismus brachte frischen Wind in die gesamte Region, sodass alle Ortschaften entlang der Küsten davon profitieren konnten – bis heute. Unter anderem steht Amalfi, wie auch die anderen Ortschaften, für Entschleunigung sowie die Erhöhung der Lebensqualität durch Erlass verschiedener Gesetze und Vorschriften, die sich nur auf diese Region auswirken. Achtsamkeit, Bewusstsein und ein Auge auf die Bedürfnisse der Umwelt und der Natur haben den Ausschlag für eine einzigartige Region gegeben, die es schafft, Nachhaltigkeit, autochtone Erzeugnisse und Gastfreundschaft unter einen Hut zu bringen. Als Gast kann man hier nur denselbigen ehrfürchtig ziehen. 

Sehenswürdigkeiten, die Sie in Amalfi (Stadt) nicht verpassen dürfen

  • Die Kathedrale: Ihre Architektur wurde mehrfach umgestaltet, bis das heutige Bild entstand. Wer sich in ihrem Inneren aufhält, spürt die scheinbar gereinigte, friedliche Energie. Hier kann jeder für eine aufbauende Pause verweilen. 
  • Die alte Schiffswerft ist ein Muss für jeden, den die Seefahrergeschichte der Stadt interessiert. 
  • Das Papiermuseum erzählt Ihnen alles über die Papierherstellung der Vergangenheit. 
  • Das Bürgermuseum, welches sich im Rathaus (das ebenfalls sehenswert ist) befindet, hält für Sie die gesamte Geschichte in allen Einzelheiten bereit. Seien Sie vorbereitet – die Geschichte der Region ist recht lang. 

Amalfi – um der Zeit zu entrinnen

Natürlich hat es auch Neuerungen gegeben. Und doch schafft es Amalfi immer wieder, die Menschen zum Innehalten, zum Einsaugen der geschichtsschwangeren Luft des Ortes länger zu verweilen, als es zunächst geplant gewesen ist. Amalfi umgarnt den Gast mit einem ganz besonderen Charme, dem sich kaum jemand entziehen kann. Klein und Groß werden hier einen unvergesslichen Urlaub verleben können.

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