Cetara – Fischfang und Landwirtschaft

Ihr Urlaub ist bereits geplant: Die Amalfiküste soll es sein. Doch wie sieht es aus? Was wissen Sie denn bereits über die einzelnen Ortschaften an der Amalfitana, etwa über Cetara? Richtig, es liegt direkt am Meer, an der SS 163 und auch in den Felsen. Und weiter? So – Sie wissen es also nicht? Kein Problem, wir erzählen Sie so einiges, was Sie wissen sollten, wenn Sie nach Cetara fahren.

Das Grundwissen über Cetara

Der Ort Cetara erstreckt sich über eine Fläche von 4,92km² und ist in der Bucht von Salerno gelegen, genauer gesagt am östlichen Ende der Küste von Amalfi, an der Mündung eines kleinen Tals. Diese Bucht liegt in der Region Kampanien, im südlichen Italien. Bis Salerno sind es nur knappe 9 Kilometer nordöstlich. Bis Neapel ist es auch nicht mehr weit, nur rund 50 Kilometer. Fragt man sich, wie man die 2061 Einwohner (Stand: 31.12.2019) ansprechen sollte, so wird man erfahren, dass man sie „Cetaresi“ nennt. Einerseits kann man Cetara über Strada Statale SS163, aber auch über die Autobahn A3 erreichen. Dies ist die Autobahn, die von Neapel nach Reggio Calabria, auch „Autostrada del Sole“ genannt.

Auch wenn man es zunächst überhaupt nicht glauben möchte, ist der Tourismus überhaupt nicht der Wirtschaftszweig Nummer 1. Natürlich spielt der Tourismus eine große Rolle entlang der Amalfitana. Dennoch gibt es in Cetara zwei Wirtschaftszweige, die den Tourismus noch übertreffen: Die Landwirtschaft und natürlich den Fischfang. In Bezug auf regionale Produkte ist Cetara sogar über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Es gibt ein Produkt, das zumindest in Italien fast jeder kennt: Die Würzsauce „Colatura di Alici di Cetara“. Sollten Sie die Gelegenheit haben, sie zu probieren, tun Sie es! Sie müssen diese Würzsosse einfach probieren. Sie ist absolut fantastisch.

Cetara blickt auf eine „Gründung“ im Jahr 880 zurück. Ob das Wort Gründung alles richtig gewählt ist, ist fraglich. Denn die Besetzung dieses Gebietes erfolgte durch Piraten, die sich an diesem strategisch wertvollen Punkt niederließen. Diese Piraten kamen, wie man heute aus geschichtlichen Überlieferungen weiß, aus dem arabischen Raum.

Der Fang des Roten Thunfisch

Ob Sie es glauben oder nicht: Sucht man in den großen Reiseführern nach dem Ort Cetara, so wird man nur sehr selten fündig. Man ist wohl landläufig der Meinung, dass man es in Cetara bei der Fischerei und der Landwirtschaft belassen sollte. Einen Grund dafür kann man anscheinend aber nicht angeben. Und genau deshalb wollen wir mit dem Vorurteil aufräumen, dass in Cetara einfach nichts los ist.

Richtig – im Hafen dieses Städtchens werden wir keine Yachten und Segelboote finden. Stattdessen befinden sich hier diverse Fischerboote vor Anker. Nach wie vor haben wir es hier mit traditionellem Fischfang zu tun. Fische und Meeresfrüchte aller Art werden hier nicht gefangen und an Land gebracht, sondern auch verarbeitet. Auch die Landwirtschaft weiß nur die besten ländlichen Produkte hervorzubringen.

Durch diese zwei Standbeine ist es dem Ort gelungen, sich nicht abhängig vom Tourismus zu machen. Es versteht sich von selbst, dass auch hier Ferienquartiere zu finden sind. Genau wie die anderen Gemeinden an der Amalfiküste gehört der Tourismus zum täglichen Leben dazu. Es wäre auch schlimm, wenn dem nicht so wäre. Schließlich ist der Tourismus zumindest auf Platz 3 gelandet, wenn man nach den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Gemeinde fragt. Man könnte allerdings behaupten, dass er recht weit abgeschlagen ist. Doch für die Einwohner der Gemeinde stellt dies kein Problem dar. Sie sind mit den gegebenen Verhältnissen auf jeden Fall zufrieden.

Um noch einmal auf den Fang des Roten Thunfisch zu kommen: Der Name „Cetara“ wird von dem lateinischen Wort „cetaria“ abgeleitet. Bei „Cetaria“ handelt es sich um eine sehr alte Methode, den Roten Thunfisch zu fangen. Die Cetari, also die Fänger des Roten Thunfisch, nannte man auch die „Fischfänger der großen Fische“.  Der Bischof von Amalfi des Jahres 1000 n.Chr. wussten den Roten Thuna zu schätzen, weshalb er sich mit den Cetari auf einen Tribut von 1/10 eines jeden Fanges einigte. Es scheint nur logisch, dass die besten Fischrestaurants der gesamten Region sich in Cetara befinden.

Rezepte aus der Römerzeit

Diverse Rezepte von Gerichten, die man heute in den Fischrestaurants der Stadt bestellen kann, stammen aus der Römerzeit. Unter anderem die berühmte Sauce der Stadt, die Colatura di alici, ist bis auf die Römerzeit zurückzuführen. Sie wird als eine Art „Universalsoße“ eingesetzt und zu diversen Gerichten gereicht.

Auch andere Gerichte sind, auch wenn sie heute hier und da abgeändert werden, noch auf die Römerzeit zurückgeführt.

Was kam nach den Römern?

Zunächst wurde die Stadt von den Römern unterworfen. Dann übernahmen verschiedene Abteien das Sagen. Der Torre di Cetara stammt aus dem 14. Jahrhundert und erinnert die Menschen der Region immer noch an diese turbulente Zeit. Man schrieb das Jahr 1543 als die Stadt von den Sarazenen überrannt wurde und zu großen Teilen verlassen wurde.

Als sich die Amalfirepublik dem Ende neigte, schloss sich Cetara Vietri sul Mare, dem Nachbarort, an. Jedoch erlangte Cetara bereits im Jahr 1833 die Eigenständigkeit wieder.

Strandleben?

Wie bereits erwähnt, ist der Tourismus nur eines von mehreren Wirtschaftsstandbeinen. Somit finden wir eher wenig Unterkünfte im Ort. Wer sich hier länger aufhalten möchte, sollte sich ein Quartier im Umland suchen und die Tage in der Stadt verbringen. Das ist bequemer und auch günstiger.

Strandspaß und Badefreuden sucht man in Cetara leider vergeblich. Denn hier gibt es nur einen Kiesstrand. Allerdings werden ausreichend Möglichkeiten geboten, sich den Tag über am Strand auf der Liege zu entspannen und die Sonne zu genießen. Für Kinder ist dies natürlich nicht zu empfehlen. Und trotzdem steht der Wassersport hoch im Kurs. So ist das Meer vor Cetara ein beliebtes Surf-Domizil.

Was kann man denn noch in Cetara machen?

Wie alle italienischen Orte kann auch Cetara mit einigen wunderschönen Kirchen locken.

  • Die Kirche San Francesco: Sie ist am Dorfplatz gelegen und somit für jeden schnell und unkompliziert erreichbar. Selbstverständlich steht sie auch den Gästen des Ortes offen.
  • Die Kirche San Pedro: Sie besitzt eine wunderbare Majolika-Kuppel, wie wir sie in dieser Region sehr häufig sehen.

Haben Sie schon von der Villa Cimbrone gehört? Dieser Palazzo wurde im 12. Jahrhundert erbaut und über die Jahrhunderte stets bewohnt. Ein weitläufiger Park mit wundervollen, alten Bäumen gehört ebenfalls zum Anwesen. Im Jahr 1904 wurde die Villa umgestaltet. Heute beherbergt sie ein kleines Hotel, für das Sie allerdings rechtzeitige Buchungen benötigen. An klaren Tagen können Sie von der Aussichtsplattform des Anwesens aus auf der einen Seite bis Capri, auf der anderen bis Paestum schauen. Vergessen Sie nur den Fotoapparat nicht. Diesen Anblick möchte man nicht nur im Herzen bewahren. Dieser Anblick muss festgehalten werden.

Die sportliche Seite von Cetara

Rund um Cetara befinden sich wunderbare Strecken für die Freunde des Rennradsports. Hier können Sie sich bei entsprechender Vorbereitung einige gute Trainingsstrecken zusammenstellen. Dies gilt übrigens auch für die „regulären“ Radfahrer. Auch sie kommen voll auf ihre Kosten. Aber bedenken Sie, wenn Sie in der Umgebung von Cetara mit dem Fahrrad unterwegs sind, dass Sie sich hier im bergigen Raum befinden. Eine gute Gangschaltung oder ein E-Bike sollten mit von der Partie sein.  Und letztlich wollen wir auch die Freunde des Mountain-Biking ansprechen. Nehmen Sie Ihr Bike unbedingt mit. Die gesamte Region der Amalfiküste ist durchzogen mit sehr guten Strecken für Mountainbiker. Die Kombination Mountainbiking und Entspannen im Strandbereich mit Kultur durchzogen ist einfach unschlagbar, nicht wahr? Bedenken Sie aber eines, wenn Sie sich mit dem Fahrrad auf der Amalfitana oder den anliegenden Straßen befinden – gerade in der Hauptsaison besteht hier ein sehr großes Verkehrsaufkommen. Stellen Sie sicher, dass Sie zu jeder Tageszeit gut von den Autofahrern gesehen werden können. Und auch wenn es Ihnen schwerfallen mag: Springen Sie über Ihren Schatten und setzen Sie den Helm bei JEDER Fahrt auf. Sicherheit geht immer vor!

Wer mit dem Rad unterwegs ist, insbesondere dem Rennrad oder dem E-Bike, kann sich gerne Ausflugsziele wie Salerno oder sogar Neapel auf den Plan rufen. Wer sich für Salerno entscheidet, sollte seine wohlverdiente Pause an der Strandpromenade verbringen. Hier ist es ruhig und geschäftig zugleich. Ein typisch italienischer Platz eben.

Nicht jedermann ist des Radfahrens in den Bergen willig. Viele Menschen gehen einfach lieber zu Fuß. Kein Problem. Da die meisten Orte der Amalfiküste terrassenartig angelegt sind, werden die einzelnen Terrassen mit Treppen oder Leitern verbunden. Auch der Wanderweg aus der Stadt heraus führt über Treppen zum Bergkamm hinauf. Für die Freunde längerer Wandertouren kann die Verbindung zwischen den Orten der Amalfiküste empfohlen werden. Sie sind über die uralten Wanderwege, die schon von den Vorfahren der heutigen Einwohner der Region genutzt wurden, verbunden. Egal, wie Sie sich entscheiden, sollten Sie den wunderbaren Ausblick vom Bergkamm aus zu jeder Tageszeit genießen. Auch die Wandertouren ins Hinterland sind den einen oder anderen Tagesausflug wert. Besuchen Sie Weingüter und die kleinen Manufakturen, die sich landeinwärts befinden. Ein besonderes Wander-Highlight ist das „Valle delle Ferriere“. Diese Wasserfälle muss man gesehen haben, wenn hier am Wandern ist. Wer allerdings die Hauptkernzone A betreten möchte, also direkt zum Hauptwasserfall möchte, der benötigt einen Passierschein. Dieser ist in Amalfi erhältlich. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für diese wunderschönen Wasserfälle. Sie sind es wert.

Eine weitere Wandertour, die gerne empfohlen wird, ist die Tour zum „Valle dei Mullini“, das Tal der Mühlen. An diesem Port mündet der Fluss „Conneto“. Die Wassermühlen sind leider nicht mehr intakt, jedoch können die Ruinen besucht werden. Vor der wunderschönen Naturkulisse haben wir es mit einem Ort zu tun, an dem man schon einmal die Zeit vergessen kann.

Sentiero die Limoni: Zwischen den Zitronenplantagen, die sich zwischen den Orten Minori und Maiori befinden, kann man wunderschöne Strecken zurücklegen. Teilweise führen sie am Strand entlang. Nein, kein weißer Sandstrand, eher feiner Kiesel. Zum Spazierengehen aber der Strand einfach traumhaft. Warten Sie ruhig den Sonnenuntergang ab, um dieses besondere Naturspektakel erleben und ablichten zu können.

Kombinieren Sie das Wandern ruhig mit der Kultur. Denn auf den Wanderrouten zwischen den Orten der Amalfiküste bleibt Ihnen immer ausreichend Zeit, um sich auch die Sehenswürdigkeiten der anderen Orte anzuschauen. Viele der Sehenswürdigkeiten, die Sie bei einem Aufenthalt in Cetara entdecken können, liegen in den Nachbargemeinden:

  • Der Dom zu Amalfi: Er wurde im 10. Jahrhundert erbaut und über die Jahre immer wieder in Stand gesetzt, ganz der aktuellen Mode entsprechend. Im 18. Jahrhundert wurde er entsprechend des vorherrschenden Barockstils hergerichtet. Trotz aller Bemühungen lassen sich bei aufmerksamer Betrachtung Bruchstücke aller Zeiten entdecken.
  • Die Villa Rufolo und ihre Gärten: Sie lieben Gärten, die nach dem alten Stil der feudalen Adligen angelegt wurden? Dann sind Sie in der Villa Rufolo auf jeden Fall richtig. Stundenlang kann man, nachdem man die Gärten durchstreift hat, an der Aussichtsbrüstung stehen und sich den Golf von Salerno ansehen. Träumen Sie, wenn das Meer auf Sie wirkt. Träumen Sie von den alten Zeiten, bis hin zu den arabischen Piraten.
  • Die Terrasse der Unendlichkeit: Nutzen Sie die Wanderung hierher, um sich einen tollen Überblick über die Region zu verschaffen. Und ein ganz besonderes Angebot steht für Verlobte zur Verfügung – an diesem wunderbaren Ort kann geheiratet werden! Aber buchen Sie rechtzeitig. Sie können sich vorstellen, dass dies ein sehr begehrter Platz für eine Hochzeitsfeier ist.
  • Das Castello di Arechi: Diese mittelalterliche Burg liegt 300m auf dem Bergkamm über der Stadt. Sie können sich sicherlich vorstellen, welch einen Ausblick man von hieraus rundum hat. Das Meer, das Binnenland – von dieser Burg hatte man den vollen Überblick über das Umland. Strategisch hätte sie nicht besser angelegt werden können.

Cetara und die Amalfiküste

Cetara mag sich vielleicht anders darstellen als die anderen Orte an der Amalfiküste. Allerdings ist es dennoch ein Städtchen, das man während seines Urlaubs in Kampanien auf keinen Fall auslassen sollte. Cetara betört mit seinem ganz speziellen, eigenen Charme. Glauben Sie es – diesem Charme werden auch Sie erliegen.

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