Conca dei Marini – Zitronen und weiße Häuser

Conca dei Marini – Zitronen und weiße Häuser

Sie haben eine Liebslingsregion in Italien, in der Sie für einen Kurzurlaub immer gerne wieder zurückkehren? Sie sprechen ganz bestimmt von Conca dei Marini! Dieser kleine, unscheinbare Ort auf der Landkarte ist genau genommen das wahre italienische Paradies! Kein Wunder, dass jeder gerne wieder hierhin zurückkehrt, der einmal einen unvergesslichen Urlaub in Conca dei Marini verleben durfte. Conca dei Marini wird gerne auch „Die Perle der Amalfiküste“ genannt.

Basisdaten

Es ist kaum zu glauben, aber in Conca dei Marini wohnen nur 675 Menschen (Stand: 31.12.2019). Um Conca dei Marini zu erreichen, müssen wir uns nach Italien, Kampanien, in die Provinz Salerno begeben. Hier gehört sie der Bergkommune „Communità Montana Penisola Amalfitana“ an. Erst seit 2017 ist Conca Mitglied in der Vereinigung „I borghi più belli d’Italia“. Dabei handelt es sich um die Vereinigung der schönsten Orte Italiens. Es ist nicht verwunderlich, dass Conca dei Marini nicht mehr als 1km² Fläche benötigt, um alle Einwohner adäquat unterbringen zu können. Die Einwohner nennen sich übrigens „Conchesi“. Wie alle italienischen Ortschaften besitzt auch Conca dei Marini einen Schutzpatron, nämlich „Antonius von Padua“.

Historisches

Conca dei Marini ist von jeher mit Amalfi verbunden. Nicht nur, dass auch dieser Ort in der Amalfirepublik aufging. Eine sehr starke Handelsmarine konnte ihren Heimathafen mit Conca dei Marini angeben. So ist es nicht verwunderlich, dass der Ort in diesen Zeiten recht reich gewesen ist. Leider wurde im Jahr 1543, um genau zu sein im Juni, die Stadt von Piraten geplündert. Es dauerte eine ganze Weile bis sich die Bürger von diesem Übergriff erholen konnten.

Weiß und gelb

In Conca dei Marini könnte man denken, die Welt besteht vorwiegend aus weißen und gelben Dingen. Dies ist natürlich nicht korrekt. Doch alle weißen Häuser sowie die gelben Zitronen, die auf den Plantagen reifen, vermitteln diese Eindruck, sowohl von nahem als auch aus der Ferne.

Ähnlich wie Cetara erscheint auch Conca dei Marini nur selten in einem Bericht oder einem Reiseführer. Der Grund ist einfach benannt: Der Ort ist sehr klein und von seiner Fläche her sehr begrenzt. Für Tagestouristen ist er wunderbar geeignet. Für einen vollständigen Urlaub aber ist es der absolute Geheimtipp. Leider spiegelt sich die geringe Menge an Unterkünften auch in den Preisen wieder. Somit kann man sich einen langen Aufenthalt nur in Ausnahmefällen leisten. Und dennoch sollten sie auf einen Besuch auf keinen Fall verzichten.

Warum kombinieren sie nicht eine Fahrradtour oder eine längere Wanderung mit dem Besuch dieses kleinen, zauberhaften Ortes. Aber Obacht: Der Ort liegt so dicht an der Felswand, dass er von der Amalfitana so gut wie nicht gesehen werden kann. Wer also das Schild übersieht und im Reiseführer nichts über Conca dei Marini zu erfahren gewesen ist, kann leicht einmal an der Abfahrt vorbeifahren, den Ort also im wahrsten Sinne des Wortes verpassen.

Der große Vorteil aller Ortschaften an der Amalfitana ist, dass sie alle mit miteinander verbunden sind. Uralte Wanderwege verbinden die Ortschaftenn entlang der Küste. Die Einheimischen nutzen diese Wege eher selten. Für die Touristen sind sie die beste Art, mehrere Ortschaften gleich an einem Tag kennenzulernen. Zudem haben sie beim Wandern die beste Option, die gesamte Region hautnah kennenzulernen. Genießen Sie die Atmosphäre der Berge, der Zitronenplantagen und natürlich auch die verschiedenen Küstenstreifen, an denen es sich kilometerweit sogar im Sommer recht ungestört entlanglaufen lässt. Hier brauchen Sie auch in der Hauptsaison keine Angst vor touristischem Gedrängel haben. Das findet eher oben, auf der Amalfitana, statt.

Die Smaragdgrotte

Die Grotta dello Smerado, die Smaragdgrotte, ist einer der Hauptanziehungspunkte von Conca dei Marini. Bereits im Jahr 1932 wurde die Grotte, die jederzeit so herrlich durch die Smaragde schimmert, von einem Fischer entdeckt. Der Stolz über diese Entdeckung war ihm bis zu seinem Tod anzusehen. Kein Wunder, denn er trug eine Armbinde mit der Aufschrift „Scorpitore della grotta“. Zumindest lautet so die Erzählung. Natürlich ist die Grotte nicht ganz einfach zu erreichen, da sie ja auf Meereshöhe liegt. Von der Amalfitana kann sie entweder über die Treppen in der Steilwand oder mit einem Aufzug erreicht werden. Da die Warteschlange beim Aufzug schon ein wenig länger sein könnte, sollte man sich freiwillig für die Treppen entscheiden, wenn man schwindelfrei ist.

Klösterliches Gebäck

Bereits im 17. Jahrhundert haben die Nonnen ein leckeres Gebäck aus Blätterteig erfunden. Es ist mit einer aromatischen Ricottafüllung gefüllt. Das Gebäck nennt sich „Sfogliatella Santa Rosa“. Es wird auch anderenorts hergestellt, doch wird dort eine andere Füllung eingesetzt. Die Füllung aber ist es, die die Sorte aus Conca dei Marini so besonders macht. Der Blätterteig soll übrigens, wenn es sich um das Original handelt, die Form eines Hummerschwanzes besitzen. Am besten machen Sie sich zum „Santa Rosa Conca Festival“ auf, um diese Spezialität des Ortes zu probieren. Doch machen Sie sich auf etwas Tolles gefasst. Denn auf diesem Festival werden Sie noch weitere Spezialitäten der Region probieren können. Sie werden auch die anderen Köstlichkeiten der Region lieben lernen.

Feine Unterkünfte

Richtig – Conca dei Marini ist ein wahrlich kleiner Ort. Und doch gibt es ein kleines, aber feines Angebot mit sehr guten Unterkünften: Das ehemalige Kloster ist in ein Hotel umgebaut worden. Allerdings, das sollte gleich gesagt werden, handelt es sich um ein 5-Sterne-Hotel. Es ist direkt an der Klippe gelegen und weist deshalb einen wunderschönen Blick über den gesamten Golf von Salerno auf. Wesentlich günstiger können Sie im nahegelegenen Bed&Breakfast „Il Pavone“ nächtigen. Auch hier haben die Zimmer natürlich Seeblick. Zudem besitzt das B&B einen eigenen Zugang zum Felsstrand. Im Gegensatz zu anderen Ortschaften dieser Region können Sie in Conca dei Marini auch problemlos ein Ferienhaus mieten.

Sehenswürdigkeiten

Das alte Kloster aus dem 13. Jahrhundert wurde der Heiligen Rose gewidmet und ist heute noch ein großer Anziehungspunkt. Es beherrscht sowohl die Stadt als auch die gesamte Küstenregion.

Vergessen Sie nicht, der Chiesa di San Pancrazio Martire zu besuchen. Denn ein Kirchenbesuch gehört in jedem italienischen Ort zum Pflichtprogramm. Ebenso sollten Sie die Chiesa di San Giovanni Battista und die Chiesa di San Michele Arcangelo auf die To-Do-Liste setzen. Alle drei Gotteshäuser sind nicht nur alt und mehr als einmal erneuert worden. Sie alle haben die turbulenten Zeiten überstanden und tun heute immer noch ihre Dienste. Gerade die letzten Renovierungsmaßnahmen haben ihnen ein ganz konkretes Flair verliehen, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Der Torre del Capo di Conca ist zu jeder Tageszeit einen Spaziergang wert. Von hier aus hat man einen fantastischen Überblick über die Bucht. Die Lage ist zudem geheimnisvoll. Andere bezeichnen den Ort als romantisch. Sollten Sie zum Sonnenuntergang vor Ort sein, werden Sie diese Aussage vermutlich bestätigen. Fotoapparat nicht vergessen!

Nein – die Piccadilly Ceramics sind natürlich keine Sehenswürdigkeit im klassischen Sinne. Allerdings kann man anders als sagen, dass es sich bei diesen Souvenirs um einmalige Stücke handelt. Schauen kostet ja noch nichts.

Sie wollten immer schon einmal mehr über die Zitrone wissen? Auf der „Amalfi Coast Lemon Tour“ werden Sie alles erfahren. Sie werden sich wundern, wie viel Sie noch nicht über diese Zitrusfrucht wussten. Die Teilnahme an dieser Tour wird ein einzigartiges Erlebnis.

Sonstige Aktivitäten

Sie befinden sich in den Bergen von Kampanien, in der Provinz Salerno. Viele Ausflüge sind hier möglich. Es ist verständlich, dass die Aktivitäten in Conca dei Marini direkt eingeschränkt sind. Eines aber ist problemlos möglich – Spaziergänge am Strand sowie Wanderungen in den umliegenden Bergen.

Langeweile braucht man aber dennoch nicht haben. An der Amalfitana liegen die Ortschaften recht nahe beieinander. So kann man die direkten Nachbarorte auch zu Fuß erreichen. Auch eine Busverbindung kann in die nächsten Orte, aber auch nach Salerno und Neapel befördern.

Gerade die Wanderungen, die man in der Umgebung von Conca dei Marini machen kann, sind sehr beliebt. Die Kombination Seeluft und gebirgiges Flair besitzt eine Anziehungskraft, die jeden Gast der Region dazu ermutigt, sich so oft und so lange wie möglich am Tag im Freien aufzuhalten.

Die Wanderwege sind vielfältig aufgestellt. Sie können den Wanderer ins Hinterland führen, zu den Nachbarortschaften, aber auch ganz bis nach Salerno. Dies ist natürlich immer von der Kondition und den Fähigkeiten des Gastes abhängig.

Sie möchten nicht alleine wandern? Kein Problem: Geführte Wanderungen werden überall angeboten. Zum Teil sind sie mit einem Thema bedacht, zum Teil finden sie zu den besonderen Tageszeiten wie Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang statt. Für geführte Wanderungen ist es sinnvoll, sich vor Ort nach den aktuellen Optionen zu informieren. Diese können durchaus einem wechselnden Tonus unterliegen.

Selbige Angebote können auch für Fahrrad- bzw. E-Bike- oder Mountainbike-Touren in der gesamten Region gefunden werden. Beachten Sie bitte, wenn Sie sich eigenständig mit dem Fahrrad auf den Weg machen, dass sich im Sommer auf der Amalfitana immer viele Fahrzeuge finden lassen. Schließlich ist dies die Zeit, in der man selbst vom Auto den besten Ausblick auf die Amalfiküste und den Golf von Salerno erhaschen kann. Ja, es ist verwunderlich, wie viele Fahrzeuge einfach „nur durchfahren“, wie viele Touristen „einfach nur einmal schauen“ wollen. Richtig, es können gar nicht alle Interessierte hier übernachten oder gar einen längeren Aufenthalt planen. Vergessen wir nicht, dass alle Ortschaften der Amalfiküste sich für den sanften Tourismus entschieden haben. Dadurch ist der Bau von großen Hotelanlagen nicht erwünscht, die Gästeanzahl den Gemeinden angepasst und entsprechend niedrig.

Der Gast und das Meer

Sie haben recht: Wir befinden uns am Meer. Was liegt da näher, als sich auf einen Bootsausflug zu machen? Viele Angebote liegen diesbezüglich vor. Eine Stunde, einen ganzen Tag – suchen Sie sich das Beste für sich aus, damit Sie auch in den Genuss kommen, die gesamte Amalfiküste auch einmal von der Seeseite her bewundern zu können. Erst wenn Sie sich auf dem Meer befinden, werden Sie wirklich beurteilen können, wie imposant die gesamte Küstenlinie ist. Sie werden es lieben!

Conca dei Marini ist ein absolutes Kleinod, ein Geheimtipp, der zurecht nicht in den großen Reiseführern vermerkt ist. Genießen Sie Ihren Aufenthalt in diesem faszinierenden kleinen Ort. Und freuen Sie sich vielleicht auf einen weiteren Besuch. Denn wer einmal hier gewesen ist, möchte nur eines – immer wieder kommen dürfen.

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