Positano – vom Fischerort zum Touristenmagneten

Positano – vom Fischerort zum Touristenmagneten

Blaues Meer, Felsenküsten, die Amalfitana und viele Urlaubstage. Besser kann es einem nicht ergehen, wenn man Urlaub in Positano gebucht hat. Der Alltag bleibt zu Hause. Die Seele darf sich hängen lassen, wann immer sie will. Denn hier wird entschleunigt. Hier kommt Ruhe in jeder Minute zum Tragen. Warum? Weil jeder hier nach diesen Grundsätzen lebt. Hektik darf woanders zu Hause sein.

Der Ort der Blogger und Instagramer

Egal, von welcher Seite man Positano betrachtet, es sieht immer aus wie gemalt. In Positano hat man das Gefühl, dass ein Gedankenleser am Werk wäre, denn hier werden tatsächlich alle Urlaubsträume erfüllt. Die, die laut ausgesprochen wurden und auch die, die man nur still und heimlich gedacht hat.

Haben Sie schon jemals von einem Urlaub an der typisch italienischen Küste geträumt? Wenn ja, sollten Sie auf jeden Fall einige Tage für Positano aufsparen. Das erste, was Ihnen auffallen wird, sind die bunten Häuser, die sich dicht an dicht an die Berghänge schmiegen. Die Hauseingänge sind ebenfalls sehr farbenfroh gestaltet, sodass man sich jeden einzelnen genau anschauen muss. Die Gassen sind alle schmal und laden zum Erkunden ein. Was ist Ihnen lieber ein Café oder ein kleines Restaurante, um einen kleinen Stopp einzulegen? Sie haben die Wahl.  Ja und dann ist da ja noch der Strand. Es wird gesagt, dass er neben dem Strandabschnitt bei Neapel der schönste Strand an der ganzen Amalfiküste sei. Können Sie dem zustimmen? Verstehen Sie nun, wie es sein kann, dass neben „normalen“ Touristen auch Instagramer und Blogger zu Hauf hierher kommen, um den Menschen von diesem wundervollen Fleckchen Erde zu berichten?

Erst Fischerdorf. Dann gefeierter Urlaubsort.

Es ist noch keine 80 Jahre her, als Positano noch ein kleines Fischerdorf gewesen ist. Die Fischer sind täglich aufs Meer hinausgefahren, um sich nicht nur ihre eigene Nahrung zu fangen, sondern auch ausreichend Fische, um den Lebensunterhalt zu decken. Es war ein hartes, aber zufriedenstellendes Leben. Reich ist in dieser Zeit niemand gewesen.

Ganz anders sieht es da heute aus: Wird heute von Positano gesprochen, so weiß man, dass es sich um eines der beliebtesten Reiseziele ganz Italiens handelt. Auf gut Glück sollte man nicht hierher kommen. Gerade in der Hauptsaison ist es nahezu unmöglich, ein Zimmer auch nur für eine Nacht zu ergattern.

Was also macht Positano so einzigartig, dass die Menschen von Nah und Fern genau hier ihren Urlaub verbringen möchten? Was ist so faszinierend, dass Blogger, Reisefotografen, Instagramer, Romantiker der hohen Schule und natürlich auch der „normale“ Urlauber – sie kommen wortwörtliche in Scharen und geben sich gegenseitig die Hoteltürenklinke in die Hand, nur um einige Tage in diesem wunderbaren Örtchen zu verbringen. Zunächst haben sich hier eher Schriftsteller und Künstler einquartiert, die nicht nur die Ruhe für ihre kreative Phase ausnutzen wollten. Der Ort und seine Umgebung selber waren ihnen die besten Motive. Kein Wunder, dass nicht selten einer von ihnen sesshaft wurde. Es gab schlicht so viel zu tun. Bekannte Größen wie etwa der Schriftsteller John Steinbeck ließen sich hier inspirieren. Aber sie gaben ihren Eindruck auch öffentlich in den Medien preis. Sie ließen verlauten, wie wunderbar, beeindruckend und einfach sehenswert Politano sei. Kein Wunder, dass sich in den folgenden Jahren die Zahl der Besucher immer weiter nach oben schraubte. Die Zeiten, in denen neben dem Fischfang Müßiggang, Kartenspielen und Familienzusammenkünfte das Leben bestimmten, waren vorbei – für immer.

Von Anfang an ein Touristenmagnet

Es waren die frühen 1950er Jahre, als der andauernde Strom der Touristen begann. Sicherlich gab es zwischendurch einige Jahre, in denen es ein klein wenig ruhiger im Ort gewesen ist. Aber auch heute noch können sich die Hoteliers nicht über freie Betten beklagen. Dies ist nur allzu verständlich, denn hier finden wir sie noch – die typisch italienischen Restaurants, in denen es sich so wunderbar verweilen lässt. Die Strände in der langgestreckten Bucht laden zum Wassersport, aber auch zum ruhigen Verbringen des Tages ein. Natürlich auf italienische Weise mit perfekter Strandliege und typisch italienischem Sonnenschirm. Na, wenn man das nicht Dolce Vita nennen kann, wie sollte es dann aussehen?

Die Strände von Positano

Vielleicht haben Sie den Namen „Fornillo“ schon einmal gehört. Dieser einladende Strand gehört zur Ortschaft von Positano und ist bei den Gästen überaus beliebt. Aber auch der Strand „Spiaggia Grande“ ist in aller Munde. Denn hier werden die berühmtesten und bekanntesten Urlaubsfotos in Positano gemacht. Wer die Bilder dieses Strandes sieht, beginnt sofort, den nächsten Trip nach Italien zu planen.

Natürlich hat die Beliebtheit des Ortes und selbstverständlich auch die des Strandes einen großen Nachteil: Man wird schwerlich in der Lage sein, „einsame“ / „zweisame“ Urlaubsfotos machen zu können. Hier ist immer etwas los, sodass man es kaum hinbekommt, ein Urlaubsfoto ohne andere Menschen im Bild zu fertigen. Aber machen Sie sich nichts daraus, denn so sehen alle Urlaubsfotos aus, die man in Positano machen kann.

Um ganz ehrlich zu sein, kann es in der Hauptsaison sogar ein wenig eng werden. Denn zum einen leben die rund 4.000 Einwohner innerhalb der Ortsgrenzen. Doch kann sich diese Zahl aufgrund der Touristen an verschiedenen Tagen verzehnfachen. Richtig, es verläuft sich in den engen Gassen und trotzdem ist es ein Trubel, dem man nicht entfliehen kann. Verständlich, dass viele Touristen nur einen Zwischenstopp in diesem Örtchen vornehmen und ihr Hauptquartier woanders aufgeschlagen haben. Nicht jedem ist der Rummel in der Hauptsaison angenehm.

Der Pfad der Götter

Haben Sie schon einmal von dem Pfad der Götter gehört? Sein italienischer Name ist „Sentiero degli dei“. Er gehört zu den schönsten Wanderwegen Italiens. Wenn Sie vom Rummel vor Ort eine Auszeit benötigen, ist dies genau das richtige für Sie. Denn hier oben ist es wahrlich etwas ruhiger. Dieser Wanderweg ist nicht nur schön, sondern auch spektakulär. Er weist eine Länge von knapp 8km auf, die sowohl für die Anfänger als auch den Fortgeschrittenen gut zu bewältigen sind. Nehmen Sie sich Zeit für den Pfad der Götter. Denken Sie an ausreichend zu Trinken und natürlich auch einen kleinen Snack. Auf diesem Wanderweg können Sie schnell die Zeit vergessen, da die Aussicht einfach überwältigend ist, sodass man länger an dem einen oder anderen Aussichtspunkt verweilen kann, als man denkt. Im Übrigen ist auch ein Picknick auf dem Weg eine Superidee. Idyllischer kann man hier vermutlich nirgends speisen.

Dieser Wanderweg verbindet die beiden Orte Positano und Agerola-Bomerano. Um ihn von Positano aus zu erreichen, ist es notwendig, eine Treppe mit 1.500 Treppenstufen zu erklimmen. Aber diese Mühe lohnt sich auf jeden Fall. Lassen Sie sich von dieser hohen Treppe auf keinen Fall abschrecken. Sie würden es bereuen.

Sehenswürdigkeiten in Positano

Die wunderbaren Strände, die eine hervorragende Kulisse für die Urlaubsfotos abgeben, wie auch der Pfad der Götter wurden bereits erwähnt. Beides darf auf der To-Do-Liste nicht fehlen. Die kleinen Gassen der Stadt zu erkunden, die Atmosphäre der Cafés und Restaurants auf sich wirken lassen und natürlich die Architektur der alten Gebäude studieren gehören ebenfalls auf die Must-Do-Liste.

Sind Sie gut zu Fuß? Sehr gut, denn Positano wurde fast senkrecht in die Felsen erbaut. Dabei handelt es sich nicht nur um die alten Gebäude. Auch die neueren entsprechen dieser Tradition. Für den Besucher bedeutet dies, dass er viele Treppen überwinden muss, um sich im Ort zu bewegen. Dies mag an den ersten ein oder zwei Tagen vielleicht anstrengen. Doch werden Sie sich schnell daran gewöhnen.

Die Via Cristoforo Columbus ist die wunderschöne Hauptstrasse des Ortes. Sie lieben es zu flanieren? Dann sind Sie hier genau richtig. Vergessen Sie nicht das Erinnerungsfoto auf der Via Cristoforo Columbus zu schießen. Sie werden über die vielfachen Effekte überrascht sein.

Der Palazzo Murat wurde bereits im 17. Jahrhundert erbaut. Wie viele der alten Gemäuer trägt auf dieses seine eigene Geschichte. Den besonderen Charme hat es aus dem neapolitanischen Barock erhalten. Einst gehörte er zum Besitz des Königs von Neapel Gioacchino Murat. Heute beherbergt das Gebäude ein Luxushotel. Der luxuriöse Garten, der ebenfalls die Herkunft aus dem Barock vermuten lässt, ist auch für die Besucher offen, die nicht im Hotel abgestiegen sind. Zudem können der Hof sowie die unterschiedlichen Möbel aus dem Barock bewundert werden.

Die Kirche Santa Maria Assunta: Im 13. Jahrhundert wurde sie im romanischen Stil erbaut. Damit ist sie nicht nur die bedeutendste Kirche für die Gemeinde, sondern birgt auch einen großen kulturellen Wert für die gesamte Region. Die Kuppel weist eine große Besonderheit auf, denn sie ist mit Steingut verkleidet. Schutzpatronin der Gemeinde ist die Schwarze Madonna, die einen Ehrenplatz auf dem Altar erhalten hat. Sie wurde von einem byzantinischen Künstler erschaffen. Die Innenausstattung ist extrem hochwertig und kunstvoll gestaltet, mit vergoldeten, ionischen Kapitellen sowie beflügelten Cherubinen. Die baulichen Feinheiten sind derart beeindruckend, dass diese Kirche ganz oben auf der To-Do-Liste stehen sollte. Sie fasziniert so sehr, dass viele Besucher mehr als nur einmal hier hereinschauen werden.

Ein Treffen mit den Künstlern der Stadt: Wer sich an der Kunst erfreut, wird sich auch an den unterschiedlichen Kunstausstellungen des Ortes erfreuen können. Viele Mini-Galerien stehen jedem Besucher offen – gratis versteht sich.

Wie komme ich eigentlich nach Positano?

Der einfachste Weg führt über das Wasser. Allerdings nehmen nur die wenigsten Besucher diesen Weg. Die meisten gelangen mit dem Auto oder dem Bus nach Positano. Die verschiedenen Reisegesellschaften verfügen über unterschiedliche Anfahrtsmöglichkeiten, doch nehmen auch sie bevorzugt den Bus. Soll der Anfahrt mit dem Fahrzeug noch ein Flug vorgeschaltet werden, so ist dieser bis Neapel zu buchen.

Wer in Positano Quartier beziehen möchte, um auch die restliche Amalfiküste zu erkunden, tut gut daran, sich einen Mietwagen zu reservieren. Diese sind sowohl in der Haupt- wie auch in der Nebensaison stark frequentiert. Eine Reservierung sollte am besten rechtzeitig platziert werden, damit man auch tatsächlich sein Wunschauto erhält. Aufgrund des direkten Anschlusses an die Amalfitana können auch alle anderen Orte der faszinierenden Küstenstraße relativ schnell erreicht werden. Die Highlights der Tagesausflüge allerdings sind ein wenig größer gesteckt:

  • Neapel
  • Der Vesuv
  • Die antike Stadt Pompeji
  • Die vorgelagerten Inseln Ischia und Procida
  • Grotta dell’Incanto
  • Der Friedhof von Positano, der hoch über der Stadt gelegen ist
  • Der Mantagna Forata, ein Felsblock, der von Löchern übersät ist

Zum Schluss noch einige Eckdaten zu Positano

Dieses kleine Fleckchen Erde ist schon immer irgendwie bewohnt gewesen. So fanden sich sowohl archäologische Funde aus der Römerzeit als auch aus der Antike. Sicherlich hat es sich in frühester Zeit um Außenposten oder Verstecke gehandelt. Doch auch andere Ortschaften der Amalfiküste waren schon in frühester Zeit bewohnt, sodass es überraschend wäre, keine weiteren Funde bei zukünftigen Ausgrabungen finden zu können. Im 16. und 17. Jahrhundert konnten die höchsten Anstiege bezüglich der Einwohnerzahl verzeichnet werden. Und doch musste mit angesehen werden, wie Mitte des 19. Jahrhundert fast die Hälfte der Einwohner überwiegend nach Amerika auswanderte.

Heute ist der Ort vorwiegend vom Tourismus geprägt. Rund 4.000 Einwohner leben dauerhaft in dieser traumhaften Gemeinde. Den Aufschwung zum Magneten für Urlauber aus aller Herren Länder hat Positano verschiedenen Künstlern zu verdanken, die sich zwischen 1933 und 1955 immer wieder hier aufhielten und ihre fantastischen Eindrücke und Erfahrungen mit den Menschen und von der Region freizügig der Welt mitteilten. Kein Wunder, dass jeder genau DAS sehen wollte, was die Freischaffenden in allen schillernden Farben beschrieben hatten.

Im Zusammenschluss Cittàslow steht auch Positano für einen nachhaltigen Umgang in allen Lebensbelangen. Dies beinhaltet sowohl den Umgang mit der Umwelt, mit der Natur, als auch die Entschleunigung der Region sowie einer generellen Erhöhung der Lebensqualität in alle angeschlossenen Ortschaften, sowohl den kleinen als auch den großen. Eine gute Infrastruktur, Aufwertung urbaner und landwirtschaftlicher Erzeugnisse stehen genauso auf der Agenda wie die Gastfreundschaft, ohne die der Tourismus in der Form, in der er heute betrieben wird, nicht stattfinden könnte.

Positano ist nur einer von vielen kleinen Orten an der Amalfiküste, der absolut sehenswert ist. Nehmen Sie ausreichend Zeit und Speicherplatz für die Fotos mit. Es scheint, als wolle jeder noch so kleine Winkel dieser Region entdeckt und erkundet werden. Tun Sie ihnen den Gefallen. Einen voll ausgekosteten Urlaub in Positano werden Sie niemals vergessen.

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