Praiano – unvergessliche Sonnenuntergänge am Meer

Praiano – unvergessliche Sonnenuntergänge am Meer

Sie ist einmalig: Einmalig schön, einmalig felsig, einmalig versteckt gelegen und mit einmaligen Ortschaften versehen – die Amalfiküste. Praiano ist einer dieser versteckten Orte, die einem nicht nur das Gefühl geben, vor der Welt geflüchtet zu sein. Ist man in Praiano oder einem der anderen Orte angekommen, hat man es nämlich tatsächlich geschafft. Man IST der Welt da draußen entkommen und sicher und geschützt in dem Ort, der sich an die Steilküste schmiegt und sich nicht so leicht erobern lässt. Wenn Sie es hier nicht schaffen, dem Alltag zu entkommen, wird es Ihnen nirgendwo anders auf der Welt gelingen.

Der Weg – ein Abenteuer für sich

Wollen Sie nach Praiano fahren, müssen Sie die SS 163, die Amalfitana, nehmen. Aber Vorsicht: Diese Straße wurde direkt an die Steilküste gebaut, sodass sich auf der einen Seite ein felsiger, klüftiger Berg befindet und auf der anderen die Steilküste mit direktem Abhang zum Meer. Diesem wollen Sie genauso wenig zu nahekommen wie dem Berg auf der anderen Seite. Starke Nerven und Serpentinenfähigkeit sind angebracht, um diese Straße sicher befahren zu können. Sollten Sie zudem etwa mit einem Wohnmobil oder gar einem Wohnwagengespann unterwegs sein, müssen Sie sich auch noch gedulden. Denn diese sind tagsüber auf dieser einmaligen Panoramastrasse nicht zugelassen. Sie dürfen nur des Nachts fahren. Kein Wunder, ist die Straße doch zeitweilig sehr schmal, sodass zwei normale Fahrzeuge schon schwerlich aneinander vorbeikommen. Wie gesagt: Sollte die Nerven bei starkem und engem Straßenverkehr schnell ins Flattern geraten, suchen Sie sich einen nervenstarken Fahrer, der Ihnen diesbezüglich unter die Arme greifen kann.

Sollten Sie allerdings eine geführte Rundtour über die Amalfitana machen, lehnen Sie sich entspannt zurück und genießen den Ausblick. Diesen Ausblick werden Sie noch lange in Ihrem Herzen tragen.

Praiano – ein Ort mit Eckdaten und Geschichte

Praiano ist gar nicht so weit von Salerno entfernt. Salerno ist die regionale Hauptstadt. Die Region selber wird Kampanien genannt. Eine gute Region, um Urlaub zu machen – ganz generell gesagt.

2.020 permanente Einwohner haben sich für diesen Ort entschieden (Stand: 31.12.2019). Sie sind es, die das Ortsbild prägen – mit ihren Wohnhäusern, ihren Geschäften, aber auch ihrem Glauben, ihren Kirchen und natürlich auch mit ihren Traditionen. Nur 2km² Fläche benötigt der Ort, um alles unter einen Hut zu bekommen.

Als Schutzpatrone stehen San Gennaro und San Luca dem Ort zur Seite.

Sicherlich ist der Tourismus die größte Einnahmequelle des Ortes. Deshalb wird auch, stets mit Blick auf den sanften Tourismus, der sich die Region verschrieben hat, viel in diesen Wirtschaftszweig investiert. Doch können diesbezüglich nicht alle Wünsche erfüllt werden. So verfügt Praiano zwar über mehrere Zugänge zum Meer. Einen Badestrand, wie wir ihn beispielsweise in Furore finden, sucht man leider vergebens. Dennoch ist das Baden möglich. Achten Sie, wie an jedem italienischen Badeort auf die gehissten Flaggen: Rot bedeutet akutes Badesverbot. Blau bedeutet, dass das Wasser gut ist und zur Zeit gebadet werden kann. Die aktuellen Verhältnisse erfragen Sie am besten jeden Morgen vor Ort. So sind Sie stets auf dem neuesten Stand.  Es verwundert nicht, dass Praiano eher als Ruheoase angepriesen wird. Dennoch sind selbstverständlich tolle Ausflüge auf das Meer möglich. Sie werden sowohl vor Ort als auch von anderen Veranstaltern außerhalb von Praiano angeboten, sodass man sich rechtzeitig für ein Angebot entscheiden sollte, um nicht letztlich leer auszugehen. Ein Bootsausflug durch die Bucht, aber auch zu den anderen, verträumten Orten an der Amalfiküste ist zum einen ein toller Tagesausflug. Zum anderen aber ist es auch ein Abstecher in die Zeit der Amalfi-Republik, denn zu dieser Zeit ging es mit Handel und Piraterie recht rauh zu ging. Ganz genau kann man sich in diese Zeit hineinversetzen, wenn man nur ein wenig Phantasie besitzt. Ein Ausflug, der nicht nur Kindern Spaß macht.

Nun zur Geschichte des Ortes:

Bereits die Namensgebung ist interessant. Denn Praiano wird abgeleitet vom lateinischen Wort Pelagium, was so viel wie „offenes Meer“ bedeutet. Vor den mittelalterlichen Aufzeichnungen ist nicht viel über diesen Ort zu finden. Da die anderen Ortschaften der Amalfiküste aber wortreich beschrieben wurden, wird davon ausgegangen, dass auch Praiano bereits frühzeitlich gegründet und als Umschlags- und Handelsplatz eingesetzt wurde. Schließlich waren die Händler des Mittelmeeres auf viele Häfen angewiesen, um ihre ausgezeichneten Handelsbeziehungen führen zu können. Genauso selbstverständlich wird von römischen Stadtherren ausgegangen, die letztlich ersten Gebäude in die Felswände brachten. Bessere Handelsplätze waren im gesamten Mittelmeergebiet nicht zu finden.

Selbstverständlich gehörte auch Praiano zum Besitz der Amalfi-Seerepublik. In späteren Jahren wurde dieser Ort zur Sommerresidenz der Dogen ernannt. Damit zogen es neben den Händlern und deren Familien auch den Adel in die Stadt.

Einer der sehenswertesten Wachtürme aus der Zeit der Anjou kann immer noch in Praiano bestaunt werden: Der Torre Assiola, auch Sciola genannt. Er gehört mit zu der Geschichte, die man sich heute noch über die Befreiung des Ortes von der Amalfi-Seerepublik erzählt. Dank der guten Hafenanlage gelang es Praiano, sich eigenständig zu einer anerkannten Wirtschaftsgröße im Mittelmeer emporzuarbeiten. Ein Schritt, der von den Stadtvätern ebenso wenig bereut wurde wie von den bürgerlichen Einwohnern. Fragt man sich, wovon die Menschen, die nicht dem Handel angeschlossen waren, gelebt haben, so wird man feststellen, dass sie recht vielseitig aufgestellt waren:

  • Korallenfischen (bis Ende 1800)
  • Spinnen
  • Leinenverarbeitung
  • Haarnetz-Herstellung, eine Aufgabe, die hauptsächlich den Frauen zu fiel
  • Einsalzen von Sardellen und dem Vertrieb dieser Produkte

Achtung – besonders sehenswert

Wie jeder Ort, der sich an dieser Küste befindet, hat auch Praiano einige kleine Schätze, die absolut sehenswert sind:

  • Das alte Pfarrhaus: Es ist im Jahr 1552 errichtet worden und noch vollständig intakt. Gute Pflege und einige kleinere Restaurationen haben ein Kleinod daraus gemacht. Heute beherbergt es ein Museum, in dem man sich über die Geschichte des Ortes, aber auch der Kirche in Praiano sehr gut informieren kann. Jeder, der der Geschichte des Ortes zugeneigt ist, sollte einen Besuch auf seine Agenda nehmen.
  • Die Kirche San Luca Evangelista: Ihr Bau wurde im Jahr 1123 beendet. Wie die meisten Kirchen der Region wurde auch sie im Laufe der Jahrhunderte renoviert, restauriert und selbstverständlich auch umgestaltet. Besonders in der Zeit des Barocks haben viele Kirchen ein vollkommen neues Antlitz erhalten. Und dennoch sind die Grundfesten immer noch dieselben. Nur die Außenhülle, das Gesicht der Kirche, wurden der Umgestaltung unterzogen. Besonders beachtenswert ist die Büste des San Luca, die Fußbodenfliesen (echte Majolika-Fliesen) sowie natürlich die verschiedenen Statuen, die sich in der Kirche befinden. Wer für Gemälde ein Auge hat, wird sich an den verschiedenen Werken in der Kirche erfreuen können.
  • Die Kirche von San Gennaro: Nähert man sich dem Ort von der See, so ist das große Kuppelgewölbe schon von Weitem mit bloßem Auge zu erkennen. Auch hier finden wir die seltenen Majolin-Fliesen, die in diesem Fall die Kuppel ausschmücken. Wertvolle Gemälde lassen sich ebenfalls hier bewundern.
  • Der Wächterturm: Selbstverständlich ist der Turm auch zu besichtigen. Jeder möchte einen Blick darauf werfen, denn von hier wurde Alarm gegeben, wenn die Sarazenen einen Angriff starteten. Aufgrund der Position des Turmes konnten rechtzeitig Gegenmaßnahmen in die Wege geleitet werden. Er war nur einer von vielen Aussichtspunkten und Wachtürmen entlang der Küste. Sie gehörten alle einem weitreichenden Netzwerk an, das sehr erfolgreich zur Verteidigung der Region geführt hat.
  • Die Vovitschreine: Sie geben Auskunft über das religiöse Empfinden, das bereits seit der Antike in dieser Region herrschte. Ein sehr geschichtsträchtiger Platz, den man unbedingt erspüren sollte.
  • Die Kirche „Santa Maria a Castro”: Genau genommen gehört sie zur Kirche „San Domingo“ am Gebirge „ Sant’Angelo a Tres Pizzi“. Es ist erstaunlich, wie perfekt sie in die Landschaft, in die Berge integriert werden konnte. Dabei fällt der Blick direkt hinunter ins Tal auf Praiano.

Ein Ruhepool mit Anschluss

Viele Besucher von Praiano sagen, dass man hier einen absoluten Ruhepol, eine Ruheoase vorfindet. Kein Wunder, denn so etwas wie Nachtleben gibt es hier nicht wirklich. Dennoch braucht man nicht abstinent bleiben. Denn zu diesem Zwecke kann man recht schnell die Nachbarorte Positano, Amalfi und natürlich auch Ravello erreichen. Hier wird mehr angeboten, sodass man auch in dieser Hinsicht voll auf seine Kosten kommen kann.

Die Berge, die Natur

Es versteht sich von selbst, dass die Bergkämme der Umgebung, die wundervolle Natur, die diesen Ort umgibt, für viele Besucher einer der Gründe ist, um sich hier ein paar schöne Tage zu machen. Wie auch in den anderen Gemeinden an der Amalfiküste kann man die Höhenunterschiede zwischen dem Meeresspiegel und dem oberen Bergkamm nur über viele Treppen unterschiedlicher Art erreichen. Für den geübten Wanderer ist dies überhaupt kein Problem. Erst einmal oben angekommen, geht es auf dem Kamm weiter, sodass keine großen Kletterkünste mehr bewiesen werden müssen. Hier kann ganz gemütlich oder auch in angezogenem Tempo gewandert werden. Wer die Sportart beherrscht, wird die Berge auch mit dem Mountainbike bezwingen können. Achten Sie aber darauf, ob die Wege tatsächlich zum Radfahrer freigegeben sind. Bei Zweifeln ist es besser beim Gastwirt/Hotelportier zu fragen. Ein kleines Endgeld und Sie werden sehen, wie die Informationen nur so aus dem guten Mann heraussprudeln.

Von Praiano aus kann man in alle Richtungen der Umgebung wundervolle Ausflüge machen. Es liegt ja schließlich mittendrin. Genießen Sie die Umgebung mit den Weinbergen, den Keltereien und den dazugehörigen Weinproben, die Schafzuchten und natürlich auch die dazugehörigen Spinnereien und Wollverarbeitungsbetriebe. Viele von ihnen sind noch in familiärer Hand. Dies ist eindeutig an den Produkten der Region zu erkennen.

Wussten Sie aber auch, dass verschiedene Höhlen am Fuße der Stadt besucht werden können? Hierzu gehören unter anderem die Höhlen „Suppraiano“ wie auch „Africana“.

Bei der „Suppraiano“ handelt es sich um eine natürlich entstandene Höhle, die nur vom Meer aus zu erreichen ist. Sie ist spektakulär mit ihren natürlichen Stalaktiten und den fesselnden Wasserspielen. Geführte Ausflüge können hierher gemacht werden. Bedenken Sie, dass auch die Tagestouristen dieses Spektakel sehen möchten. Reservieren Sie also rechtzeitig einen Platz.

Die Höhle „Africana“ erhielt ihren Namen von dem Nachtclub, der sich in unmittelbarer Nähe befindet. Auch diese Höhe ist natürlich entstanden, doch kann sie auch von Land aus betreten werden. Sie ist faszinierend, aber bei Weitem nicht so schön wie die „Suppraiano“.

Unvergessliches?

Sind Sie auf unvergessliche Erlebnisse aus, dann sichern Sie sich morgens und abends rechtzeitig einen Platz für die beiden größten Spektakel des Tages: Den Sonnenauf- und untergang! Diese können selbstverständlich auf Bildern eindrucksvoll und mit vielfältigen Einstellungen festgehalten werden. Doch sind sie derart romantisch, dass man sie auf ewig in seinem Herzen tragen wird. Und für Verliebte oder Flitterwöchner sind sie gewissermaßen Pflichtprogramm.

Wie auch immer Sie nach Praiano gelangen, wie lange Sie bleiben wollen und was Sie sich alles auf Ihre To-Do-Liste geschrieben haben – bleiben Sie spontan. Denn vor Ort sieht alles irgendwie ganz anders aus, sodass der eine oder andere Urlaubsplan bereits über den Haufen geworfen wurde, um spontan ganz andere Prioritäten zu setzen.

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