Ravello – ein atemberaubender Blick auf Meer und Berge

Ravello – ein atemberaubender Blick auf Meer und Berge

Zwischen zwei Tälern gelegen finden wir den Ort Ravello. Die Täler Dragone und Rheginna erheben den Ort auf 350m ü.N.N., direkt über Maiori und Minori. Weltweit ist dieser Ort als die Stadt der Musik bekannt. Enge Gassen, kleine Häuser, Kirchen, die mit Ornamenten und Architektur aus der byzantinischen, aber aus der arabisch geprägten Zeit der Region aufwarten. Dieser kleine Ort hat es geschafft, sich bis heute, in die Zeit des steten Tourismus, seinen mittelalterlichen Charme und Charakter zu erhalten. Etwas, worauf die knapp 2.500 Einwohner des Ortes sehr stolz sind!

Geschichtlicher Hintergrund

Es war im 5. Jahrhundert n.Chr. als einige römische Patrizierfamilien mit ihrem gesamten Reichtum vor den Barbaren, die gerade dabei waren, das Land zu plündern, in diese Region flohen. Sie hielten die Stelle zwischen den beiden Tälern als bestens geeignet, sich doch zur Wehr setzen zu können, sollten die Feinde ihren Weg bis hierher finden können. Wie wir heute wissen, ist es ein fantastischer Schachzug gewesen, das kleine Anwesen dort oben auf dem Bergzug zu gründen. Im 10. Jahrhundert erhielten sie ihre Unabhängigkeit von den Normannen. Ab 1086 war Ravello Bischofssitz, ernannt durch Papst Viktor III.. Dies zollte zum einen der schnell wachsenden Einwohnerzahl, aber auch dem Seehandel, der sich auch hier schnell und sehr gut entwickelt. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich in den folgenden Jahrhunderten ein reiches Bürgertum entwickelte. Zum Teil können ihre prunkvollen Wohnpaläste heute noch in Ravello besichtigt werden. Um 1603 wurde Ravello dem Bistum Scala eingegliedert und später, im Jahr 1806, in das Erzbistum Amalfi.

Eine Familie war ein wenig reicher als die anderen: Die Familie Rufolo. Bereits im 12. Jahrhundert ließen sie sich eine prunkvolle Villa auf einem Felsvorsprung bauen. Noch heute sind sowohl der Bau selber als auch der dazugehörige, ebenfalls prunkvolle Garten zu besichtigen. Tausende Besucher haben jährlich das Vergnügen, sich von Haus und Garten inspirieren zu lassen. Beide Kanzeln des Doms wurden von Nicola Rufolo im Jahr 1272 gestiftet. Es handelt sich hierbei um Meisterarbeiten arabisch-byzantinischer Mosaikarbeiten. Einfach traumhaft. Wer sie nicht mit eigenen Augen gesehen, kann nicht in Ravello gewesen sein. Natürlich konnte sich der Glanz nicht über all die Jahrhunderte halten. Im Jahr 1851 wurde das gesamte, fast verfallene Anwesen von dem schottischen Francis Neville Reid aufgekauft und runderneuert. Auch die Gärten legte er neu an.

Die Gärten waren es, die Richard Wagner im Jahr 1880 dazu inspirierten, ein an die Gärten angelehntes Bühnenbild für den 2. Aktes des „Parsival“ anfertigen zu lassen.

Richard Wagner ist nicht der einzige Künstler gewesen, der sich von der schroffen Küste der Region hat inspirieren lassen. Der Maler William Tuner ist im Jahr 1819 im Urlaub hier in Ravello gewesen. Noch heute werden seine Skizzen der Amalfiküste und der gesamten Region bestaunt. Er hat nicht nur die reinen Formen, sondern auch die Ausstrahlung der  Küste und den Flair des Ortes optimal aufnehmen können wie kein anderer.

Doch nicht nur Richard Wagner war eine der Berühmtheiten, die hier zugegen gewesen sind. Viele adlige Familie Italien lebten im Laufe der Jahrhunderte hier: Confalone, Coppola, Rago, Pironti, Fenice, Foggia, Fortese, De Curtis, Della Mara, De Vito, Sasso, Arcucci, Russo, Ruvolo, Marinelli und viele andere.

Ravello und der heutige Tourismus

Richtig – Ravello liegt über 300m über dem Meer, an der Steilküste. Und dennoch zieht es jedes Jahr viele, viele Menschen hierher. Unter anderem wollen sie das Ravello Festival besuchen. Es wurde zu Ehren von Richard Wagner im Jahr 1953 ins Leben gerufen und ist seither nicht mehr aus Ravello wegzudenken. Kein Wunder, zieht es doch musikbegeisterte Menschen aus aller Welt an.

Sicherlich kann die Villa Rufolo auch noch besichtigt werden, zumindest einige Teile des Hauses und der Gärten. Aber sie beherbergt auch das Centro Universitario Europeo per i Beni Culturali (Europäisches Universitätszentrum für das Kulturelle Erbe). Dieses entwickelt unter anderem Projekte für den Umwelt- und Kulturschutz, aber auch vollkommen neue Ansätze für den Kulturtourismus. Eine sehr wichtige Aufgabe in der heutigen Zeit.

Sie waren in Ravello, wenn Sie folgende Sehenswürdigkeiten gesehen haben …

  • Zum einen ist natürlich das Rufolo Anwesen ein absolutes Muss auf Ihrer To-Do-Liste. Sie kommen nicht umhin, sich in die Vergangenheit versetzen zu lassen, wenn Sie in den Gärten umherschlendern oder sich die faszinierende Architektur der Villa genauer anschauen.
  • Der Dom S. Pantaleon sowie Himmelfahrt Marien – sie sind vielleicht nicht so imposant wie der Dom von Amalfi. Dennoch sollten sie nicht ausgelassen werden. Auch in diesem Gebäude werden Sie Zeuge davon, was man mit Geld alles machen kann. Die Prunkausstattung verschiedener Bereich ist Beweis genug.
  • Neben den beiden Hauptkirchen finden wir noch diverse andere, kleinere Kirchen und Kapellen in der Stadt: Santa Maria della Grazie, San Francesco, San Pietro, Santa Chiara, Chiesa dell’Annunziata, San Giovanni del Toro, Santa Maria a Gradillo. Jede von ihnen ist zauberhaft und liebenswert. Man sieht, wie viel die Nutzung der Kirche den Menschen in dieser Stadt bedeutet. Ehrfurcht ist das richtige Wort, das beschreibt, welches Gefühl den Besucher beim Betreten der Kirchen befällt.
  • Das Korallenmuseum – es ist klein, aber fein und sollte auf gar keinen Fall ausgelassen werden.
  • Der Bogen des Castellos ist magisch. Haben Sie ihn durchschritten befinden Sie sich auf der Außenseite der Festung, die um 1200 n.Chr. entstanden ist.
  • Die Architektur: Verstehen Sie ein wenig davon, werden Sie wohl feststellen können, dass viele der alten Gebäude gotischen oder noch älteren Ursprungs sind. Die Häuser sind von vielen Zeitepochen geprägt, sodass man sich mit ein klein wenig Phantasie die damaligen Ereignisse zu den schweigenden Wänden vorstellen kann. Wertvolle Materialien wurden verbaut, die immer noch in ihrer vollen Pracht, wenn auch erst nach einer umfassenden Aufarbeitung, bestaunt werden können.
  • … und drehen Sie sich um, können Sie den wunderbaren Blick auf das Meer in sich aufsaugen. Denn eines ist sicher: Auch wenn Ravello aufgrund einer Notlage gegründet wurde und man diese Lage aufgrund des Sicherheitsaspektes auswählte, heute kann man sich sorglos an diesem faszinierenden Rundumblick erfreuen, der von verschiedenen Punkten möglich ist. Heute bleibt in Ravello noch regelmäßig die Zeit für ein paar Minuten einfach stehen.

Die Quizfrage Nummer 1: Wie viel Zeit benötigt man für die Besichtigung von Ravello?

Die Gemeinde selber, inklusive der Kirchen, braucht bei voller Aufmerksamkeit und einigen Pausen, um sich den Trubel in den Straßen anzuschauen, mindestens einen halben Tag. Allerdings sollte darauf aufmerksam gemacht werden, dass für die Villen weitaus mehr Zeit benötigt wird. Hier sollte man auf gar keinen Fall durchsprinten. Gönnen Sie sich die Zeit, alles in Ruhe zu besichtigen und jeden Winkel zu erkunden. Ravello ist ein Ort, der genossen werden möchte. Hektik gibt es im Alltag genug. Nehmen Sie sich also ausreichend Zeit, um die besondere Atmosphäre von Ravello in sich aufzunehmen. Sie werden sehen, dass es jede Sekunde wert ist.

Die beste Reisezeit?

Die gute Nachricht wollen wir zuerst überbringen: Nach Ravello können Sie das ganze Jahr über kommen. Zwar sinken die Temperaturen in den Wintermonaten auf ein „Minimum“ von 12°C bis 15°C, aber mit der richtigen Kleidung kann man dennoch wunderbare Wanderungen an der Küste und natürlich durch die anliegenden Berge machen. Mit viel Regen ist allerdings nicht zu rechnen. Sicherlich müssten Sie im Winter einige Einschränkungen hinnehmen. Verschiedene Restaurants, Cafés und Hotels sind in dieser Zeit geschlossen. Dafür genießen Sie aber den Vorteil, dass kaum Touristen in den Straßen sind und man mit dem einen oder anderen Einheimischen leichter ins Gespräch kommen kann als in den Sommermonaten.

Sollten Sie nun der Meinung sein, dass die Sommermonate aufgrund besserer Temperaturen die bessere Wahl sind, werden Sie leider enttäuscht. Denn in dieser Region Italiens kann es im Sommer recht heiß (oftmals über 30°C und trocken werden. Wanderungen und Stadtbesichtigungen sind dann doch für den einen oder anderen recht beschwerlich und schweißtreibend. Besser machen Sie sich zwischen April und Juni sowie zwischen September bis Ende November auf den Weg nach Ravello. In dieser Zeit haben wir Regen auch nicht zu fürchten, jedoch sind die Temperaturen erträglich, bis maximal 25°C bis 28°C. Dies sind adäquate Temperaturen, bei denen die Unternehmungen in der Stadt und drumherum immer noch Spaß machen. In den heißen Mittagsstunden kann man ja eine Siesta halten, um später die Entdeckungstour wiederaufzunehmen. Auch die Hotels und Gaststätten haben in beiden Zeiträumen schon bzw. noch geöffnet, sodass es einem an nichts mangeln wird.

… in den Bergen

Hätten Sie darüber nachgedacht? Die Temperaturenangaben, die Sie erhalten haben, gelten selbstverständlich für die Stadt und die direkte Küstenlinie. Bewegen wir uns aufwärts in die Bergen, werden wir feststellen, dass eine warme Überjacke immer mitgenommen werden sollte. Denn hier oben ist es immer einige Grad kälter als an der Küstenlinie im Tal. Zudem kommt es hier öfter einmal zu einem kleinen Schauer. Regentropfen, die im Tal überhaupt nicht ankommen. Kein Wunder, denn es sind die Regenwolken, die an den Bergen abregnen. Wer aber gerne wandert und sich in der Natur aufhält, der lässt sich auch von diesen kleinen Widrigkeiten nicht verscheuchen. Wie heißt es immer so schön: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.“ Was macht es, die Regenkleidung im Rucksack mitzunehmen und eventuell nicht zu brauchen? Sie wiegt ja nicht viel, nicht wahr?

Nur ein Abstecher nach Ravello?

Nicht jeder Freund von Ravello hat hier auch eine Unterkunft. Man kann auch eine der anderen Ortschaften als Ausgangspunkt festmachen. Von den anderen Gemeinden an der Amalfiküste werden regelmäßige, geführte Touren angeboten. Mit einem dazugehörigen Mietwagen starten Touren unter anderem von Sorrent, Neapel, aber auch Positano oder Amalfi. Der Vorteil einer geführten Tour liegt natürlich glasklar auf der Hand: Der einheimische Guide kennt sich bestens in der Region aus. So kommen Sie nicht nur in den Genuss echter Geheimtipps in Bezug auf die Sehenswürdigkeiten. Sie kommen auch in den Genuss kulinarischer Adressen der besonderen Art. Nutzen Sie diesen Luxus ruhig. Denn so ersparen Sie sich auch die halsmörderische Fahrt auf der Amalfitana. Entspannt können Sie die Fahrt und die Aussicht genießen und gleichzeitig dem Vortrag des Guides lauschen. Entspannter kann man die Orte der Amalfiküste nicht kennenlernen. Und natürlich können auch Extrawünsche wie Zwischenstopps oder ähnliches erfüllt werden. Dies ist alles eine Frage der Absprache.

Die Umgebung erkunden

Sie suchen nach körperlicher Betätigung während Ihres Aufenthalts in Ravello? Diesbezüglich sollte sich die eine oder andere Aktivität arrangieren lassen. Wie bereits erwähnt, ist Wandern ein sehr beliebter Ausgleich. Zudem kann das Nützliche, nämlich die körperliche Betätigung, mit dem Praktischen verbunden werden. Gerade die kleinen Wanderrouten zwischen den Orten, aber auch in das Hinterland, sind einfach traumhaft. Lassen Sie sich inspirieren von der Natur, aber auch den einsamen, verlassenen Höfen, die Sie überall in den Bergen finden können. Stellen Sie sich vor, wie einsam es früher hier gewesen sein muss – nur umgeben von Bergen und Wald, die Küste in relativer Nähe. Die unterschiedlichen Wanderrouten entsprechen verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Bitte beachten Sie dies, bevor Sie sich auf den Weg machen. Lassen Sie sich von einem Ortkundigen diesbezüglich beraten. Die Wandervereine hier in den Bergen haben einen großen Stellenwert, sodass man jeden Interessierten gerne in die Geheimnisse der Berge einweiht, soweit dies möglich ist.

… und wann fahren Sie nach Ravello?

Sie haben sicherlich schon feststellen können, dass es in Ravello von allem etwas gibt: Kultur, kulinarischer Genuss, Natur, Wandern, Meer mit allem, was dazugehört. Wollen Sie das wirklich verpassen?

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